Alberta: Medicine Hat – Calgary

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Inzwischen haben wir die nächste Provinz- und Zeitgrenze passiert und wir sind jetzt mit 8 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland in Alberta unterwegs. In Medicine Hat steuern wir die Bücherei an und mitten in der Stadt läuft ein Hirsch über die Straße. Außer uns scheint das aber niemanden wirklich zu interessieren. Auf dem weiteren Weg sehen wir immer wieder vereiste Bäume und Zäune am Straßenrand. Als wir um 16:00h auf dem Walmart Parkplatz in Brooks unser Nachtlager aufschlagen, ist es bereits -6°.
Durch die Kälte und das diesige Wetter gestern, sind die Bäume am nächsten Tag noch mehr vereist. Der strahlend blaue Himmel, macht das ganze zu einem herrlichen Anblick, der uns den ganzen Tag begleitet. Wir stoppen mehrfach um Fotos zu machen. Auch sehen wir jetzt auf den Feldern Gas- bzw. Ölförderanlagen und vermehrt sind auch Viehherden unterwegs.
Unsere letzte Etappe bis Calgary ist nicht sehr lang und so erreichen wir schon am frühen Nachmittag den gebuchten Campingplatz Mountain View am östlichen Stadtrand neben dem Highway 1. Hier haben wir uns für zwei Wochen eingebucht, da wir ein Paket aus Deutschland erwarten und den Platz als Adresse angegeben haben. Da der Platz etwas außerhalb liegt, müssen wir immer mit dem Auto fahren, wenn wir irgendwo hin wollen. Am Horizont können wir schon die Rockies sehen.
Wir verbringen die Tage mit unterschiedlichen Aktivitäten. Ich backe Kekse und koche Marmelade während Ralph an den Tücken unseres Albatros arbeitet. Mehrfach fahren wir bis Marlborough und dann von dort mit dem CTrain nach Calgary rein. Wir besichtigen die Innenstadt, fahren zur Peace Bridge, gehen auf den Calgary Tower und lassen uns bei Apple mit unserem Wifi Problem weiterhelfen. In Calgary gibt es auch einen Skywalk ,der jedoch einen sehr verlassenen Eindruck macht. Einmal bleiben wir mit dem CTrain stecken, weil es vor uns auf dem Gleis einen Unfall gegeben hat. Nach 30 Minuten Wartezeit steigen wir um und fahren, als ein Zug in die Gegenrichtung kommt, zurück. An manchen Tagen fahren wir nur bis zum nächsten Einkaufszentrum um unsere Vorräte aufzufüllen.
Im Internet habe ich vom Lions Festival of Lights gelesen. Das wollen wir uns auch anschauen. Ich gebe die Adresse also ins Navi ein und wir fahren los. Als wir am Ziel ankommen, sehen wir nichts von Weihnachtsbeleuchtung. Wir parken in einer Nebenstrasse und laufen zu Fuß los. In einem Imbis kann man uns nicht weiterhelfen aber die Dame an der Rezeption im gegenüberliegenden Hotel weiß was wir suchen. Nur sind wir an einer ganz falschen Adresse. Sie erklärt uns, daß ich wohl Straße und Avenue verwechselt habe. Dazu sollte man wissen, daß in fast allen kanadischen Provinzen die Straßennamen zweisprachig ausgeschildert sind. Das sieht dann oft so aus, dass auf einem Straßenschild z. B. „Avenue McKenzie Street“ steht. Bei unserem Navi war es bisher egal, ob wir die Avenue oder die Street ausgewählt haben. In Calgary ist das aber anders. Wie in fast allen kanadischen Städten sind die Straßen überwiegend in Gitterform angelegt, wobei hier die Streets in Nord-Süd Richtung und die Avenues in Ost-West Richtung verlaufen. Auch sind hier die Straßen fast ausschließlich durchnummeriert. Manche Hauptverbindungen haben dann noch zusätzlich einen Namen (z. B. Deerfoot Trail) oder eine Highway Nummer. Last but not least wird oft noch angegeben, in welchem geografischen Bereich von Calgary die Straße verläuft (NE, SE, SW, NW). Die Ausschilderung ist für einen Nichteinheimischen dann doch etwas verwirrend. Auf einem Verkehrsschild auf dem Highway 1 steht dann z. B. „68 Street E“ und darunter „South 250 m (mit einem Pfeil nach links)“ und „North 650 m (mit einem Pfeil nach rechts)“ (siehe Foto). Wir befinden uns also im Osten (E) der Stadt und können auf die 68. Straße wechseln. Wenn wir der 68. Straße in südlicher Richtung folgen wollen, müssen wir in 250 m links abbiegen und wenn wir in nördlicher Richtung wollen, müssen wir in 650 m rechts abbiegen. Alles klar?
Zurück zum Lions Festival of Lights: Mit Hilfe der Dame vom Hotel finden wir dann tatsächlich die richtige Straße. Wir sind noch etwas früh dran und warten hinten in der Kabine. Als wir eine halbe Stunde später rausschauen, ist die ganze Straße zugeparkt und im gegenüberliegenden Park ist die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet. Insgesamt besteht sie aus mehr als 300.000 LEDs und ist typisch amerikanisch; bunt doch sehr beeindruckend.
Als weitere Weihnachtsattraktion fahren wir zum Spruce Meadows International Christmas Market. Schon vom Highway aus sind die Parkplätze (ich sehe auf jeden Fall bis Nr. 11) ausgeschildert. Wir zahlen $ 12/Person Eintritt und laufen durch die Anlage. Hier finden sonst wohl Reitveranstaltungen statt und die Besucher verteilen sich in dem großen Areal recht gut. Irgendwie fehlt uns aber die Stimmung der deutschen Weihnachtsmärkte. Es gibt kaum Buden, an denen man was zu Essen oder Trinken kaufen kann und die typische Weihnachtsmusik fehlt fast gänzlich. Auch das Angebot ist zum großen Teil eher boutiquemäßig als Handwerkskunst. Abends wollen wir uns noch die Legacy Christmas Light Parade ansehen. Legacy ist ein Stadtteil im Südosten von Calgary, der ziemlich aus dem Boden gestampft ist. Hier stehen fast nur Einfamilienhäuser und es gibt ein zentrales Einkaufszentrum. Wir hatten ähnlichen Erwartungen wie beim Lions Festival of Lights aber hier handelt es sich um individuell geschmückte Privathäuser. Jeder macht, was ihr/ihm gefällt. Es gibt zwar in der Siedlung einige beleuchtete Häuser doch das ganze wirkt etwas zerstreut und unorganisiert.
In der zweiten Woche lernen wir hier dann auch den kanadischen Winter kennen. Zuerst gehen die Temperaturen nachts auf -20° aber nach und nach fallen sie auch tagsüber locker bis auf diesen Wert. Durch den Wind ist die gefühlte Temperatur dann oft noch deutlich niedriger (bis – 31°). Da macht dann nicht mehr viel Spaß und wir werden etwas träge. Zum Ende der zweiten Woche treffen dann auch Christl & Werner in Calgary ein und wir treffen uns erst bei Mercedes und dann zu einem gemeinsamen Kaffeeplausch auf dem Walmart Parkplatz ehe die beiden weiter Richtung Westen und Wärme fahren.
Wir verlängern unseren Aufenthalt auf unbestimmte Zeit, da unser Paket noch nicht eingetroffen ist. Zuerst ist es ein paar Tage länger als normal in Rodgau hängen geblieben aber seit es auf den Weg nach Kanada geschickt wurde, ändert sich nun schon seit einer Woche nichts am Status. Canada Post scheint hoffnungslos übefordert zu sein und wir sind ziemlich frustriert.
Diese – wenn auch unfreiwillige – Verlängerung gibt uns dann jedoch die Möglichkeit, den Canadian Pacific Holiday Train bei seinem Besuch in Calgary zu sehen. Wir sehen uns die Einfahrt des Zuges aus dem Inneren des Bahnhofs an, denn um kurz vor 18:00h sind es -26°. Auf die anschließende Show verzichten wir, da uns schon nach kurzer Zeit draußen, die Fingerkuppen zu erfrieren drohen.

English Version (no translation of German text)

We meanwhile crossed another provincial border and time zone and are now travelling through Alberta with 8 hrs. time difference to Germany. When we drive to the library in Medicine Hat a deer crosses the street in the middle of the town. However, it seems we are the only ones that are interested in this fact. It’s become cold and on our further way we often see trees covered with ice besides the road. When we stop for the night at the Walmart in Brooks at 4:00pm it is already -6°C.
Due to the cold and misty weather, the trees are even more covered with ice on the next morning. With the blue sky, this is a very nice view that we’ll enjoy throughout the day. Multiples times we stop to take pictures. Additionally we now see gas and/or oil pumps on the fields but now there is cattle as well.
Our last leg to Calgary isn’t far and therefore we already reach the campground Mountain View on the eastern border of the city on Highway 1 in the early afternoon. Since we are expecting a parcel from Germany we made a reservation for two weeks and provide the address for the shipment. Since the place is at the city limits, we need to use the car whenever we want to get somewhere. In the distance we can already see the Rockies.
We spend the days with different activities. I bake Christmas cookies (sorry Breda team – none for you) and Ralph fixes some of the issues we have with Albatros. Multiple times we drive to Marlborough and take the CTrain from there into Calgary center. We scroll through downtown, drive to the Peace Bridge, go on top of the Calgary Tower and visit Apple to help us with some WiFi issues on our devices. Calgary has a skywalk as well, but it seems to be pretty deserted. Once we are stuck on the CTrain due to an accident further down our track. After 30 minutes we hop on the train going into the opposite direction and drive back. On some days we only drive to the next shopping mall to buy some food.
I read something about the Lions Festival of Lights in the internet and we want to go and see it. I put the address into our Garmin. When we arrived at the destination we can’t see anything resembling Christmas Lights. We therefore park the car in a side street and walk to the next grill. Unfortunately the lady there doesn’t have a clue what we are talking about. However, the one at the reception of the hotel on the other side of the street knows what we are looking for. Only we are in a totally wrong area. She explains that obviously I got confused with Streets and Avenues. I probably need to explain, that in nearly all Canadian provinces the street names were shown bilingual. This means, that a street sign would for example say „Avenue McKenzie Street“. So far it didn’t matter if I choose street or avenue in the Garmin. However, in Calgary this is a different story. As in most Canadian cities the streets are running like a grid with the streets running in a North-South and the Avenues in an East-West direction. Mostly they are just numbered and only some major connections have names (e.g. Deerfoot Train) or a Highway number. Last but not least you can often see in which geographical area of Calgary the street is (NE, SE, SW, NW). For a nonresident the signposting is somehow confusing. On a sign on HWY 1 you can see for example (see picture) „68 Street E“ and below „South 250 m (with an arrow pointing left)“ and „North 650 m (and an arrow pointing right)“. We are in the eastern (E) part of Calgary and are approaching the junction with 68th Street. If we want to drive south we need to turn left in 250 meters and if we want to drive north we need to turn right in 650 meters. Got it?
Well, back to the Lions Festival of Lights: With the help of the lady at the hotel we manage to find the right street. Since we are still early we wait in the cabin. Half an hour later the street is full with parking cars and the Christmas lights in the park are switched on. In total there are more than 300,000 LEDs. The whole installation is typical American; very colorful and awesome.
For another Christmas event we drive to the Spruce Meadows International Christmas Market. Parking is already signposted from the highway (I see at least 11 different places). We pay an entrance fee of $ 12/and scroll through the area. It seems that normally this is a place for equestrian events. Somehow we are missing the mood from the German Christmas Markets. There are hardly any stalls where you can get something to eat or drink. The goods on offer are more boutique style than actual arts & crafts. In the evening we want to see the Legacy Christmas Light Parade. Legacy is a community in southeast Calgary which is pretty new. You can mainly see family houses and there is a shopping center. Our expectation was to see something similar as the Lions Festival of Lights but here it is decorated and privately owned houses. Everybody puts up what she/he wants to. There actually are quite a number of decorated houses but it seems a bit shattered and unorganized.
During our 2nd week in Calgary we „meet“ the Canadian Winter. Initially temperatures fall to -20°C in the nights but gradually they reach this level during the days as well. Due to wind-chill it often feels much colder (up to – 31°C). There isn’t much that we can do at this temperature and we get a bit lazy. Towards the 2nd week Christl & Werner arrive in Calgary and we meet them at the Mercedes dealer and later on for a coffee on a Walmart parking lot. They then move on towards the West and hopefully warmer weather.
We extend our stay for an unlimited period since our parcel still hasn’t arrived. First it got stuck a couple of days longer than normal at the logistic center in Rodgau and then the status didn’t change since it was sent to Canada about a week ago. It seems that Canada Post is absolutely overwhelmed with the holiday season and we are pretty much frustrated.
This – although involuntary – extension of our stay enables us to see the Canadian Pacific Holiday Train when it stops in Calgary. We watch the approaching train from inside the station because at 6:00 pm it is already -26°C. We don’t stay for the whole show since after a couple of minutes outside I have the feeling that my fingertips are freezing.

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Ralph Roessler Verfasst von:

5 Kommentare

  1. Elli
    15/12/2016
    Antworten

    wieder einmal schöne Bilder besonders die mit dem Eisnebel
    L.G.Elli

  2. Dietmar Poggi
    15/12/2016
    Antworten

    Ich hoffe das erwartete Ersatzteil ist nicht für die Heizung.
    Frohe Weihnachten und Guten Rutsch.
    Dietmar

  3. Der Didi
    17/12/2016
    Antworten

    Wie hat Ralph noch gesagt? Vorbereitung ist alles?
    Tolle Fotos , das wird wohl ein längerer Diaabend, irgendwannmal
    Dann mal schöne warme Festtage und Ralph ist bei der Rückkehr ja wohl Unimog Spezialist.

  4. Per Engström
    19/12/2016
    Antworten

    Ich wünsche euch schöne Festtage und eine Problemfreie Zeit damit ihr voll von eurem Traum geniessen könnt!
    VG / Per

  5. Ulrike Schatto
    21/12/2016
    Antworten

    Hallo Ihr zwei Abenteurer,

    toll das Ihr euren Traum lebt. Ute hat ja von Eurem Vorhaben auf unserem Pharmacia-Treffen erzählt. Die Bilder sind toll und verlocken zur Reiselustigkeit an. Wir wünschen Euch noch eine tolle Zeit und viele schöne Erlebnisse.
    Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr wo immer Ihr auch seit.
    Grüße von Ulrike und Rudolf Schatto

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