Argentinien: Malargüe – Chos Malal – Junin de los Andes – San Martin de los Andes

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In Malargüe verbringen wir ein paar Tage. Einen halben Tag davon sind wir mal wieder wegen unserer Gasflaschen unterwegs. Von der Tourist Information schickt man uns zur Tankstelle, von dort in den Ort. Und dann erleben wir mal wieder die argentinische Hilfsbereitschaft. Als wir an der Tankstelle gerade wieder zum Auto gehen, spricht uns ein Mann auf den Gasschlauch, den Ralph in der Hand hat, an und fragt, ob wir Hilfe brauchen. Nach kurzer Diskussion schickt er uns seine Tochter, die Englisch spricht, und sie fährt mit uns kreuz und quer durch die Stadt von einem Geschäft zum nächsten und hilft uns dabei, zu erklären, was wir suchen.  Nachmittags besuchen wir das Observatorium und haben Glück, dass gerade Jonny Kleinfeller, ein deutscher Mitarbeiter, am Eingang ist. So bekommen wir eine ausführliche Führung und gut verständliche Erklärungen über die Arbeiten im Observatorium. Von Jonny bekommen wir auch den Tipp, abends zur Messstation Los Leones zu fahren um dort Aufnahmen vom Sternenhimmel zu machen. Bevor wir dort hinfahren, besichtigen wir aber am nächsten Tag erst noch das Planetarium. Hier sind leider alle Erklärungen und Führungen nur auf Spanisch.  An der Messstation ist es uns allerdings zu windig, um dort zu übernachten und so fahren wir gegen 22:00h wieder in den Ort zurück und geraten prompt in eine Polizeikontrolle. Nach kurzen Erklärungen können wir jedoch weiterfahren. Als wir Malargüe verlassen, werden wir am Ortsausgang wieder kontrolliert. Ein Polizist notiert unsere Namen, Geburtsdaten, Ausweis-Nummern und das KFZ-Kennzeichen in einer Liste und wir fragen uns, was damit weiter passiert. Wir wollen die Caverna de las Brujas besichtigen und biegen nach 65 km von der Ruta 40 auf eine 9 km lange und ziemlich üble Seitenstraße ab. Die 30 Minuten Fahrt – oder soll ich besser Qual sagen – hätten wir uns sparen können. Ich hatte zwar am Anfang der Straße ein Schild gesehen, dass die Besichtigung nur mit einem Ticket und einem Führer möglich ist, aber nirgendwo wurde darauf hingewiesen, dass man das Ticket nur in Malargüe kaufen kann. Da es wieder sehr stürmisch ist, waren aber auch alle weiteren Führungen für den Tag abgesagt. Also drehen wir um und fahren wieder auf die Ruta 40. Die ist allerdings die nächsten 60 km Baustelle und in miserablem Zustand. Ein bisschen entschädigt werden wir durch eine schöne Landschaft und tolle Wolkenformationen. Für die Nacht fahren wir ein Stück in eine Nebenstraße und Ralph sammelt wieder Steine/Mineralien und macht Fotos vom Sternenhimmel. Als wir morgens noch beim Spülen sind, klopft es an unsere Tür. Draußen stehen Sippie und Klaas aus NL, die mit einem Toyota unterwegs sind. Sie haben unser Auto von der Straße gesehen und wegen der Farbe gedacht, dass wir evt. Holländer sind. Wir quatschen ein bisschen und dann geht es weiter. Die beiden wollen noch die Vulkane besuchen. Wir sind nämlich in der Gegend mit der weltweit höchsten Dichte an Vulkanen. Das merken wir dann auch an der beeindruckenden und abwechslungsreichen Landschaft. Teilweise werden wir an Landmannalaugar (Island) erinnert.  Unser Versuch, heiße Quellen zu besuchen, scheitert aber leider. Zum Glück sind wir hierfür nicht wieder lange Schotterstrecken gefahren. Auch die nächste Nacht verbringen wir an einer Seitenstraße mit Fossilien sammeln und Nachthimmel fotografieren. Die nächste Etappe ist von der Landschaft her recht langweilig.  Chos Malal ist zwar ein netter Ort, aber „Siesta“ ist, d. h. alle Geschäfte sind geschlossen, und das WiFi nirgendwo funktioniert, halten wir uns nicht lange auf. Und wieder fahren wir für die Nacht nur ein Stück von der Hauptstraße runter. Um 21:30h klopft es an unserer Tür. Draußen stehen 4 Polizisten. Sie wollen unsere Ausweise sehen, fotografieren sie mit dem Handy ab und sagen, dass wir stehen bleiben können. Wieder fragen wir uns, was mit den Fotos wohl passiert. Auch die nächste Etappe ist wieder langweilig. Die einzige Abwechslung ist, dass es etwas bergiger wird. Kurz vor Junin de los Andes steht ein defekter LKW am Straßenrand. Natürlich halten wir wieder an und fragen, ob sie Hilfe brauchen. Allerdings ist die Verständigung diesmal noch schwieriger, da sich der Fahrer weigert, unseren Google-Übersetzer zu benutzen. Egal was ich ihn frage, die Antwort lautet immer „Si, si“. Also notieren wir uns Autokennzeichen und Standort und fahren weiter. Am Ortseingang ist eine Polizeikontrolle und dort sagen wir wegen des LKWs Bescheid. Dann fahren wir weiter zum Campingplatz. Der erste ist geschlossen, aber direkt gegenüber gibt es einen, der geöffnet ist. Kurz vor uns sind die Brasilianer mit Ihrem MTB 1726, den wir schon in Malargüe auf dem Platz gesehen hatten, reingefahren. Wir quatschen kurz und gehen dann zum Abendessen in den Ort. Am nächsten Morgen führt unser erster Weg in ein Eisenwarengeschäft. Dort finden wir dann endlich eine Lösung für unsere Gasflaschen. Auf dem weiteren Weg sehen wir, dass in einer Nebenstraße Rallye Fahrzeuge stehen. Wir laufen ein bisschen durch die „Boxengasse“ und sind fasziniert, was für Autos an der Rallye Neuquino 2019 teilnehmen und wie die Stromversorgung für die Begleitfahrzeuge geregelt ist. In der Tourist Information bekommen wir einige gute Auskünfte. Als wir nachmittags am Platz laute Musik und Lautsprecherdurchsagen hören, machen wir uns wieder auf. Es stehen immer noch Fahrzeuge in der Boxengasse aber irgendwo muss doch schon was los sein. Wir laufen den Lautsprecherdurchsagen entgegen, bis wir feststellen, dass sie von einem Lumpensammler kommen, der langsam kreuz und quer durch die Stadt fährt. Tja, Spanisch müsste man verstehen. In der Nähe der Plaza entdecken wir dann eine Trommler-Gruppe und sehen die Autos, die sich für die offizielle Vorstellung aufstellen. Während ich versuche, Geld abzuheben, filmt und fotografiert Ralph die Autos noch. Beim Geld abheben bleibt es leider nur bei dem Versuch. Erst muss ich ca. 30 Minuten anstehen, bis ich an einen von vier Geldautomaten komme (heute Morgen war die Schlange fast doppelt so lang). Dann bekomme ich 2 x gesagt, dass der Betrag, den ich abheben möchte zu hoch ist. – Es wäre ja eine Möglichkeit, einen Höchstbetrag anzuzeigen, aber das ist wohl zu viel verlangt. – Als ich dann auf ARS 2.000 (ca. € 30) runter bin, bekomme ich die Info, dass die Transaktion aus technischen Gründen gerade nicht durchgeführt werden kann. Das passiert mir sowohl mit meiner Visa- als auch mit der Maestro-Card. Ich habe die Nase voll und gehe zurück zum Platz. Zum Glück können wir später im Supermarkt mit Euro bezahlen. Am nächsten Morgen folgen wir einer Empfehlung der Mitarbeiterin der Tourist Information. Wir fahren zum Volcán Lanín und zum Lago Tromen. Die letzten 10 km sind wieder Schotterpiste und die Abfahrt zum See ist sehr schmal, aber dafür haben wir einen traumhaften Ausblick. Nach der Mittagspause machen wir noch eine kurze Wanderung zum Fuß des Vulkans und unterhalten uns mit einem jungen Argentinier, der hervorragend Deutsche spricht (deutsche Mutter). Er ist mit einer Gruppe morgens um 3h los und um 10h waren sie oben auf dem Vulkan; nichts mehr für uns. Wir übernachten auf dem Parkplatz an der Ranger Station. Da wir gut durchkommen, fahren wir direkt bis San Martin de los Andes. Der angepeilte Nachtplatz am Hafen ist allerdings wegen eines Radrennens völlig zugeparkt. So laufen wir erstmal durch den Ort und erkundigen uns bei Argentiniern, ob wir dort wirklich stehen können. Als der Platz gegen Abend leerer wird, fahren wir dann rüber.

 

English Version (no translation of German text)

We spend a few days in Malargüe. We’re still trying to find a solution for our two different gas bottles. First we ask at the Tourist Information. They send us tot he gas station. From there they send us back into town. And then we once again experience the helpfulness of the Argentinians. Just as we want to leave, a man, who noted the gas tube that Ralph holds, asks us if we need help. After a short discussion he sends his English speaking daughter to go with us into town and help us explain what we are looking for. In town they again send us from one shop to the next without much success. In the afternoon we visit the observatory. Luckily Jonny Kleinfeller, a German employee, has just arrived and he gives us an extended tour and explains the work in understandable words. It’s Jonny too, who tells us to go to Los Leones, one of their off-site buildings, for taking photos of the night sky. But first we visit the planetarium on the next day. Unfortunately all descriptions and tours are in Spanish only. At Los Leones it is pretty windy and around 10 pm we decide to rather drive back into town for the night. Promptly we end up in a police control. Ralph explains what we are German and our car is a „Casa Rodante“ and then we can drive on. When leaving Malargüe in the morning, we are checked again. A police guy enters our names, dates of birth, passport numbers and car registration in a paper list and we wonder, what is going to happen with this list. We are planning to visit the „Caverna de las Brujas“ and therefore leave ruta 40 after 65 km and take a 9 km long and really bad side road. We better had saved ourselves the 30 minutes drive – or should I better say torture. At the beginning oft he track I saw a sign, that the caves can only be visited with a ticket and a guide but nowhere did it mention, that the ticket can only be bought in Malargüe. Additionally all further tours fort he day were cancelled due to strong winds. So we turn round and drive back to ruta 40 which is in a very bad state for the next 60 km. However, we are compensated by a very nice landscape and interesting clouds. For the night we just turn off into a side road where Ralph can collect minerals and again takes photos of the night sky. In the morning – we are still cleaning our dishes – it knocks on the door and we meet Sippie and Klaas from Netherlands. They are traveling with a Toyota, saw our car from the ruta and thought – due to the color – that we might be Dutch. We chat a moment and exchange contact details and then move on. They want to spend the day visiting volcanoes. We are in the area with the highest volcano density of the world, something we experience through an awesome and diversified landscape. Partly we feel as if we’re back in Landmannalaugar (Iceland). Our attempt to find hot springs is not successfull. Fortunately we did not drive a long and bad road for this again. Again, we pull oft he road fort he night and gather some fossils and take photos oft he night sky. The landscape of the next leg of the journey is a bit boring. Chos Malal is a nice town but since it is „Siesta“, meaning all shops are closed, and the WiFi doesn’t work, we don’t stay long. Again we pull off ruta 40 for the night. Around 9:30 pm there is a knock at our door. Outside are 4 policemen/-women. They ask for our passports and take a photo with the smartphone. Again we wonder, what is going to happen with them. The only variety during our next leg oft he journey is that it gets a bit hilly. Shortly before Junin de los Andes we see a truck with technical problems besides the road. Of course we stop and ask if they need help. However, this time communication is a bit difficult since the guy refuses to use Google-translate. It doesn’t matter what I ask, the answer is always „Si, si“. So we take a note of the car registration and mark where they are and then move on. When we reach the town, there is a checkpoint and we tell the guys about the truck. Then we move on to the campground. The first one is closed but there is one open directly opposite. Just ahead of us the Brasilian MTB 1726, which we already saw at the campground in Malargüe, has pulled in. We have a quick chat and then go into town for diner. In the morning our first stop is at a „Ferreteria“ and we finally find a solution for our gas bottles. When we walk on we see some race cars in a side street. They are participants of Rallye Neuquino 2019 and we are faszinated what cars they drive and how they provide the support vehicles with electricity. At the Tourist office we get some good information. While we are at the campground in the afternoon, we hear some music and announcements via loudspeaker. Therefore we walk into town again. There are still some cars at the „pit lane“ but somewhere there must be something going on. So we walk towards the loudspeakers until we realize, that it is a „rag collector“ driving slowly through the streets. Hmmm, would have helped to understand Spanish. Close tot he main square we see a group with drums and the cars are lining up for the official presentation. Whilst Ralph takes picutures I try to get money from the ATM. Unfortunately it only is a try. First I need to wait in a queue for approx. 30 min (in the morning the queue was twice as long) until I can get to 1 (of 4) machines. Twice the ATM tells me, that the requested amount is too high (is it too easy, to just give a heads up, how much the maximum amount is?) and when I’m finally down to ARS 2.000 (approx. $ 33.50) it tells me, that the transaction can’t be processed due to technical issues and this happens with two different cards (I wonder if the machine is empty). I’ve had enough and go back to the campground. Luckily we can pay with EUR at the supermarket later on. In the morning we follow a suggestion from the lady at the tourist office and drive to Volcano Lanin and Lake Tromen. The last 10 km are gravel road again and the track down to the lake is pretty narrow but we are rewarded with a beautiful spot and view. After lunch break we hike the short track to the base of the volcano and have a chat with a young Argentinian who speaks good German (his mother is German). He started the long hike with a group at 3am and they arrived at the top oft he volcano at 10am – something we can‘t do anymore. We spend the night on the parking lot at the ranger station. Since we make good progress, we drive directly to San Martin de los Andes. The parking at the harbor, where we had planned to stay for the night, is full due to a bicycle race. Therefore we go for a short walk through the town and ask an Argentinian if we can stay at the harbor for the night. Once the place gets empty in the evening we pull over as well.

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Ute Rößler Verfasst von:

Ein Kommentar

  1. Ilse sehl.
    22/11/2019
    Antworten

    Heute hab ich den zweiten Artikel gelesen. Spannend, was so alles passiert.aber toll.hoffe nur,dass die wohl immer präsente Polizei euch nicht einkassiert, nur weil ihr aus Deutschland seid. Weiterhin toi toi toi

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